Kategorie
Themen
Freunde
Opas Blogspot
Bücherfrak
Herzmaler
blogoma
nekarstrand
Karl-Heinz
poldi51
Links
Antholianus
Extras und News
|
Die Erde in Händen halten.
Die Erde in Händen halten. Das fühlt sich gut an. Wenn das ganz Große so klein und greifbar wird, dann werde ich kleiner Mensch groß. Da bin ich mit dem Finger auf dem Globus unterwegs, ich suche und finde, ich überlege und entdecke, ja ich träume. Ich sehe wo das Land liegt in dem ich lebe. Es ist auf der Welt so klein und bietet meiner Familie, ja allen, die mir am Herzen liegen, so viel Platz und Raum, um zu leben. Dazu gibt es noch unendlich viel mehr: Länder und Kontinente, Gebirge und Meere, Milliarden von Menschen und Tieren. 
Unsere Erde ist ein Geschenk des Schöpfers und sie ist wunderschön. Ein Abbild davon in den Händen halten zu können und zärtlich und dankbar Menschen zu zeigen und mit anderen teilen zu können, macht stolz und glücklich. Und es macht Lust auf neue Entdeckungen: Alles beginnt mit der Sehnsucht. Alle Visionen und Eroberungen haben mit dem Funken einer Idee, die wie ein Samenkorn in Menschen aufgegangen ist, angefangen. Dann wird der Koffer gepackt und es geht los. Unser leuchtender blauer Planet ist so faszinierend, dass nicht nur ich neugierig und beeindruckt bin. Im vergangenen Jahrhundert haben wir den Sprung ins All geschafft. Astronauten konnten aus der Ferne einen Blick auf unsere Erde genießen. Es war für sie, als könnten sie aus dem Fenster ihres Raumschiffes, ihren Heimatplaneten mit den Händen greifen und in die Arme nehmen. Diese Männer und Frauen haben von Gefühlen überschwänglichen Glücks und tiefer Ehrfurcht berichtet und fassten dabei nicht selten auch den Vorsatz in Zukunft achtsamer mit diesem wertvollen Geschenk umzugehen. Die Erde in Händen halten. Sie voller Liebe und Staunen ansehen, das erscheint so unfassbar viel, dass Worte nicht mehr reichen. Die Erde in Händen halten, das verweist auf den Schöpfer, von dem ich glaube, dass er unsere Erde erschaffen hat und jeden Tag in seinen Händen hält. Mit allem was mich hält und trägt in des Schöpfers Hand sein, das schafft eine lebenswerte Geborgenheit, die mir viel Mut machen kann, mich auf den Weg zu machen: Mit dem Finger auf dem Globus, den Füßen auf der Straße, den Augen zum Himmel geht es los. Die Erde ist schön. Der Schöpfer hält sie in seiner Hand, da muss er doch sehr große Hände haben, oder?
|
|
|
Bruegels Vision
Da lese ich in einer namhaften Zeitschrift einen Bericht über die Hilfe für Haiti. Darauf folgt ein Bericht von der rückehr des Diktators Duvalier aus dem Exil in seine Heimat Haiti. Das macht nachdenklich! Will der, der sich in seinem Heimatland schwerer Vergehen schuldig gemacht hat, eventuell auch einen Anteil von der Hilfeleistung (sprich Geld) für sich abzweigen. Wie ich so lese, kommt mir ein Kupferstich von Philip Galle und Ausführungen von M Ernst Wahl dazu in den Sinn
Wenn es nur so wäre: Die Erde ist voll Güte des Schöpfers. Die gängige Alltagserfahrung der Menschen, die auch meine ist, ist eine andere. Die Erde ist voller Raubbau, voller Eigennutz, voller Zerstörung, jedenfalls voll vom Gegenteil der Güte – dem Schlechten. Wahrscheinlich ist diese Sichtweise keine typisch Moderne, keine heutige, sondern eine, die es zu allen Zeiten gab und gibt. Nur manchmal erlebt man die Güte, wenn man ihr vorsichtig die Hand hinhält, sie aufnimmt. Gar nicht vorsichtig, gar nicht zart, sondern schockierend realistisch und brutal hat Pieter Bruegel (1525 – 1569), der Maler aus dem Gebiet des heutigen Belgiens, vor rund 450 Jahren diese uralte Erfahrung ins Bild gebracht. Ein paar Jahre später hat Philip Galle Bruegels Bild in einen Kupferstich umgesetzt, der jeder Milde entbehrt, ohne jede farbliche Abmilderung auskommt. Wer das Matthäus-Evangelium kennt, erkennt auch die Szene: Die sieben Werke der Barmherzigkeit sind in dem Stich dargestellt. Im Zentrum die Mutter der Barmherzigkeit, in der Hand ein brennendes Herz, auf dem Kopf den Pelikan, der sich der Legende nach selbst verletzt, um seine Jungen zu schützen und zu nähren. Die Werke nach Matthäus: Hungrige Speisen, Durstige tränken, Fremde beherbergen und Gefangene besuchen, was nicht in dem Text bei Matthäus zu lesen ist: Tote bestatten. Es ist einer der Grundlagentexte kirchlicher Sozialarbeit. Mithin hat Bruegel die Grundlage der Diakonie anschaulich gemacht. Was auffällt: Woher das Brot, woher der Wein, woher die neuen Kleider kommen, das lässt das Bild offen. Die „Werke" der Barmherzigkeit sind keine Produktionsstätten, wie es Motorenwerke sind. Die „Werke" der Barmherzigkeit sind Taten der Güte, die aus der Zuwendung des Schöpfers zu Menschen fließen, Folgen der Güte des Schöpfers sind jene die Güte erlebbar machen. Damals und heute, immer und überall, wo sie praktiziert wird, spricht man von der Güte des Schöpfers
|
|
|
Schlemmen darf sein.

Wenn es, wie heute, am Nachmittag um halb vier Uhr schon dunkel ist, draußen kalt, die Landschaft wird mit Schnee bedeckt und ungemütlich ist, dann schmecken die selbst gemachten Ausstecherle am allerbesten. 
Ich finde, es gibt kaum etwas das in der Vorweihnachtszeit mehr Freude macht, als ein Teller selbst gebackener Plätzchen! Nicht nur, dass beim Backen die ganze Wohnung in einen verführerischen Duft gehüllt wird. Es macht stolz sein eigenes Backwerk zu riechen, zu sehen und schließlich zu essen. Ein echter Genuss und köstliche Handarbeit! Fertige Kuchen oder gekauftes Gebäck kann da nicht mithalten.
Jetzt an den Advents Sonntagen ist es besonders gemütlich, drinnen zu sitzen, im Fernsehen ein Weihnachtskonzert anzuschauen und nebenbei einen ganzen Teller mit Keksen, bei Kerzenschein, mit Bedacht und Freude aufzufuttern. Einfach so. Ohne Reue und schlechtes Gewissen. Zeit zum Schwelken und Genießen. Sich dem Augenblick, der gemütlichen Atmosphäre hingeben und hemmungslos schlemmen, das muss man auch können. Natürlich nicht jeden Tag. Früher plante meine Frau, an meinen Schichtplan angepasst, Back und Schlemmertage ein und ich freute mich darauf. Dann genoss ich das Hier und Jetzt. Heute mache ich nach ihren Rezepten Listen von Sorten und Zutaten und backe dann spontan Plätzchen. Der ganze Bruch wird noch lauwarm weggenascht. Nach der Backstunde packte ich mich meist warm ein und nichts als raus an die frische Luft. Bei einem Spaziergang durch den Schönbuch vor der Haustür, verfliegen die Gedanken an zu viele Kalorien und sie verbrennen sich von selbst. An Weihnachten, wenn meine Kinder zu Besuch kommen, sehe ich dann sofort, welche Kekse besonders gut gelungen sind. Die Sorten sind nämlich immer zu erst weg. Mir selber schmecken die Spitzbuben am besten. Mit Johannisbeermarmelade, dem mürben Teig und einer dicken Schicht Puderzucker. 
Gerade in der Vorweihnachtszeit sind die Magazine voll mit zahlreichen kreativen Rezeptideen. Angesichts der appetitlichen Fotos läuft mir manchmal schon beim lesen das Wasser im Mund zusammen. Und schon meldet sich das schlechte Gewissen: Darf ich das eigentlich alles essen? Da höre ich auf meinen Körper! Er sagt mir was ich brauche und wann ich satt bin.
|
|
|
Der Bach
Da sitze ich zurück im Tal, erschöpft von der Bergwanderung. Vor mir der Bergbach den ich betrachte, die Gedanken nehmen ihren Lauf. In der Kürze bringt er das Geheimnis meiner Kraft. Der Bach - der fließ, fließt fließt. 
Im weit verzweigten Wasserkreislauf dieser Erde bin ich, der Bach, eine kleine Ader nur. Unscheinbar, einer unter vielen Milliarden. Und doch, das gilt für große und kleine. Es fließt keiner von uns für sich allein. Verbunden sind wir alle miteinander, gleichwie der Ast des Baumes. Ja, winzig war ich, als ich geboren wurde, der Quelle, jenem Felsspalt oben am Berg entsprang. Da hörte ich Die Stimme des Rufers: „Ist deine Kraft auch noch so klein, fließ doch weiter. Wachsen kannst nur, in dem du fließt“. Nun gilt es meinen Weg zu suchen, im Kampf mit Steinen, Erde, Wurzel, Sand. Es fiel mir schwer, mich in Geduld zu üben, der Bohrkraft meines weichen Elements zu trauen. 
Dann spürte ich den Sog. Es geht bergab, mich überschlagend. Schwer ist es zu beschreiben, das bodenlose Schweben im jähen Sturz hinunter durch den Wasserfall. Ich hätt`beinahe den Verstand verloren, vor lauter Angst mich in unzählige Tropfen zu verlieren. Doch immer wieder strahlt ein kleiner Regenbogen und schreibt mit breitem Pinsel in den Himmel: Es geht kein Tropfen verloren. Von allen Seiten fließen sie nun auf mich zu, die Bäche aus den Tälern von den Hängen; mir fiel es schwer, sie aufzunehmen: besonders die braungelb gefärbten, die mich mit mitgeschwemmter Erde trübten. Erst spät erkannte ich, wie reich sie mich beschenkten, wie dankbar Wiese, Felder sind, wenn ich die mitgebrachte Erde auf sie verteilte. Die fremden Bäche haben mich geweitet. Ich lernte „wir zu sagen statt nur ich“. Von Kindern wäre zu erzählen. Von Mühlrad, Brücken, Stein und Holz, von Iris, Nelkwurz, Knabenkraut. Doch spüren wir: Wer fließt müdet. Nur noch ganz kurz vom Augenblick der Mündung: „Komm“ flüstert es uns zu „fließ mit in das große Meer“.
|
|
|
Dem Schöpfer nahe.
Warum gehe ich eigentlich in die Berge? Um eine schöne Aussicht zu haben? Um einmal ganz oben zu stehen? Um dem Himmel ein Stück näher zu sein? Um das Tal für eine Weile hinter sich zu lassen? Oder einfach nur der Bewegung wegen und weil das Wandern Spaß macht? 
Wahrscheinlich ist es von allem ein bisschen, das mich in die Berge treibt und dort einiges an Anstrengung auf mich nehmen lässt. Denn bis man auf dem Gipfel steht und seinen Blick in die Ferne schweifen lassen kann, kommt man zunächst ins Schwitzen. Schließlich müssen die fünfhundert oder tausend Höhenmeter erst einmal bewältigt sein. Auch der Rucksack wiegt schwer mit der Brotzeit und Getränke für das leibliche Wohl, mit der Kamera um die Augenblicke im Bild fest zu halten, der warmen Schutzbekleidung für schlechtes Wetter, den man hoch trägt. Oben angekommen, werde ich dann für die Mühe belohnt - mit einem Fernblick ohne gleichen und den anderen Bergen zum Greifen nahe. Mit einem strahlend blauen Himmel über mir. Mit dem Gefühl, etwas geschafft und das gesetzte Ziel erreicht zu haben. Und mit der sich langsam, aber sicher einstellenden Erkenntnis, dass vieles, was unten im Tal wichtig zu sein scheint, in Wirklichkeit nichtig und gering ist. Weshalb, ich mir Zeit für mich selber nehme, mit einem neuen Blick auf die Dinge absteige und befreit in den Alltag zurückkehre. Warum gehe ich in die Berge? Vielleicht auch, weil in mir ein bisschen Mose steckt, das heißt die urmenschliche Sehnsucht nach dem Gelobten Land. Jedenfalls kann ich oben angekommen, nachempfinden, wie es Mose auf dem Berg Nebo gegenüber Jericho gegangen sein muss. Denn Mose durfte „das Land, von dem Abraham, Isak und Jakob geschworen habe: Ich will es deinen Nachkommen geben“, nur sehen aber nicht betreten. Mag sein, dass Moses unerfüllt gebliebener Wunsch auch noch in mir lebendig ist und mir, unbewusst natürlich, seinen Spuren auf die Berge folgen lässt.

Noch ist es früh am Tag, und die Sonne steht hoch am Himmel. Erst später taucht sie die Berge in ein rotes Licht. Wenn man nicht weiter gehen müsste um vor der Dunkelheit wieder am Parkplatz beim Auto zu sein, würde man gerne auf diesen Augenblick warten wollen. Hans Peter Royer, Skilehrer, Bergführer und Prediger, hat ihn schon erlebt. Er sagt: „Wie arm ist der Mann, der am Berggipfel einen Sonnenuntergang erlebt und niemanden hat, dem er dafür danken kann“. Der Schöpfer ist nah - am Berg und auch im Tal.
|
|
|
[eine Seite weiter]
Gratis bloggen bei myblog.de
|